STUR GUSSEISENPFANNE IM ALLTAGSTEST
- vor 1 Tag
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Unsere kleine Gusseisenpfanne von Lodge begleitet uns seit Jahren zuverlässig durch den Küchenalltag – doch für eine ganze Familienportion reicht sie einfach nicht mehr aus. Eine große Edelstahlpfanne besitzen wir zwar, aber Gusseisen hat Eigenschaften, die wir im Alltag sehr schätzen.
Deshalb haben wir uns für die STUR Gusseisenpfanne entschieden – eine Pfanne, die wir schon länger im Blick hatten, in Deutschland gefertigt wird, in mehreren Tests überzeugt hat und mit einem selbstbewussten Preis antritt. Ob sie diesen auch im Familienalltag rechtfertigt, zeigen wir Dir in diesem ausführlichen Testbericht.

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GUSSEISEN STATT BESCHICHTUNG
In vielen herkömmlichen Pfannen stecken Stoffe, die wir beim Kochen eigentlich nicht im Essen haben wollen: PTFE (Teflon), PFAS, PFOA oder andere Antihaftbeschichtungen auf Kunststoffbasis.
Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien können sich im Körper anreichern und stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen oder Krebs zu fördern. Zudem nutzt sich eine Beschichtung mit der Zeit ab und die Pfanne landet oft im Müll. Nachhaltig ist das nicht.
Neben PFAS spielen bei Gusseisenpfannen auch mögliche Schwermetalle eine Rolle. Laut Tests von ÖKO-TEST zu gusseisernen Pfannen wurden bei einzelnen Modellen – insbesondere im unteren Preissegment – erhöhte Metallabgaben festgestellt, darunter unter anderem Chrom oder Mangan. Die Bewertung hängt dabei stark von Materialqualität und Verarbeitung ab.
Reines Gusseisen besteht hingegen im Wesentlichen aus Eisen und Kohlenstoff. Kleine Mengen Eisen können beim Kochen ins Lebensmittel übergehen, was in der Regel als unbedenklich gilt. Die STUR Gusseisenpfanne zeigte in aktuellen Prüfungen keine auffälligen Metallabgaben – ein wichtiger Punkt für uns bei der Entscheidung.
Bei der STUR Gusseisenpfanne handelt es sich um eine einteilige, unbeschichtete Pfanne aus reinem Gusseisen. Die Oberfläche ist fein bearbeitet („Gusseisen mit Twist“) und entwickelt durch eingebranntes Öl eine natürliche Patina als Antihafteffekt.
Vorteile im Überblick:
100 % Gusseisen, aus einem Stück gegossen (ohne Beschichtung)
hergestellt in Deutschland
50 Jahre Garantie
sehr hohe Temperaturbeständigkeit
fein abgedrehte, glattere Oberfläche
geeignet für Induktion, Gas, Elektro, Grill und Backofen
bei richtiger Pflege sehr langlebig
erhältlich in 20, 24 und 28 cm
VOM AUSPACKEN BIS ZUR PATINA - UNSER PRAXITEST
Wir haben die STUR Gusseisenpfanne mehrere Wochen im Familienalltag genutzt und sie dabei direkt mit unserer kleineren Lodge-Pfanne verglichen, die bei uns seit Jahren im Einsatz ist. Gusseisen gehört für uns inzwischen zur Grundausstattung, weil es langlebig ist, hohe Temperaturen aushält und ganz ohne Beschichtung funktioniert.
Auspacken

Schon beim Auspacken merkt man, dass hier Wert auf Details gelegt wurde. Die Pfanne liegt stabil eingebettet im Karton, alles wirkt durchdacht und hochwertig. Die Verpackung ist schlicht gehalten, überwiegend aus recyceltem Material und ohne unnötigen Plastikanteil.
Mitgeliefert werden eine kompakte Anleitung mit Pflegehinweisen sowie Informationen zur Registrierung und Garantie. Alles ist klar erklärt und auf das Wesentliche reduziert.
Die Pfanne selbst macht einen sehr soliden Eindruck. Das matte, dunkelgraue Finish wirkt puristisch und zeitlos, die Oberfläche sauber verarbeitet. Genau diese Klarheit im Design und Material passt gut zu dem, was wir von einer langlebigen Pfanne erwarten.
Erster Gebrauch und Aufbau der Patina


Die Pfanne kommt bereits eingebrannt vom Hersteller und ist sofort einsatzbereit. In der Anleitung wird jedoch empfohlen, zu Beginn keine sehr empfindlichen Speisen wie Spiegelei zuzubereiten, damit sich die Patina weiter stabilisieren kann.
Wir haben deshalb mit kleinen herzhaften Käse-Pfannkuchen gestartet. Sie wurden gleichmäßig gebräunt und ließen sich gut wenden. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Gerade bei Edelstahl klappt das beispielsweise nicht so zuverlässig und einfach wie hier.
Auch gebratene Pilze gelangen problemlos und entwickelten eine klasse Bräunung und schöne Röstaromen. Man merkt deutlich, wie gut Gusseisen Hitze speichert und gleichmäßig abgibt. Man sollte hier beachten dass das Kochfeld groß genug ist.
Ofentauglich aber säureempfindlich
Ein klarer Vorteil ist die komplette Ofenfestigkeit. Unsere überbackenen Gnocchi konnten nach dem Anbraten direkt in der Pfanne in den Ofen. Das spart eine zusätzliche Auflaufform und funktioniert einwandfrei.
Bei den Gnocchi war auch etwas Tomatensauce dabei – und ehrlich gesagt haben wir in unserer Begeisterung über die neue Pfanne gar nicht daran gedacht, dass stark saure Zutaten in Gusseisen nicht ideal sind. Erst als das Gericht schon im Ofen war, fiel uns ein, dass Tomaten die Patina angreifen können. Das ist kein Fehler der STUR Pfanne, sondern eine typische Eigenschaft von unbehandeltem Gusseisen, die man im Alltag einfach im Blick behalten sollte.
WICHTIG:
Gusseisen reagiert empfindlich auf stark saure Lebensmittel wie Tomaten, Zitronensaft oder Essig – besonders wenn diese länger in der Pfanne bleiben. Säure kann die aufgebaute Patina angreifen und teilweise lösen.
Das hat nichts mit giftigen Schadstoffen zu tun, sondern ist eine chemische Reaktion zwischen Säure und der Eisenoberfläche. Dabei kann vermehrt Eisen ins Essen übergehen und die Schutzschicht wird geschwächt. Die Folge: Die Pfanne muss unter Umständen neu eingebrannt werden.
Kurzzeitiges Anbraten ist meist unproblematisch. Für längeres Köcheln stark saurer Gerichte eignet sich jedoch Edelstahl oder emailliertes Kochgeschirr besser.

Wir haben die Pfanne danach vorsichtshalber noch einmal neu eingebrannt. Seit mehreren weiteren Anwendungen – unter anderem bei einer großen Gemüsepfanne und später auch bei Spiegelei – sind wir mit der Patina wieder sehr zufrieden. Das Spiegelei löst sich inzwischen problemlos.
Robust im Alltag
Was uns im täglichen Gebrauch besonders gefällt, ist die Unempfindlichkeit des Materials. Man kann problemlos Metallbesteck oder Küchenhelfer aus Edelstahl verwenden, ohne Sorge haben zu müssen, eine Beschichtung zu zerkratzen – schlicht deshalb, weil es keine gibt. Genau dieser robuste Charakter unterscheidet eine Gusseisenpfanne für uns deutlich von klassischen Antihaftpfannen.
Zur Robustheit gehört allerdings auch das Gewicht. Die STUR Pfanne ist schwer (unser 28cm Pfanne wiegt 2,7 kg) und das merkt man. Wer sehr leichte Aluminium- oder beschichtete Pfannen gewohnt ist, muss sich daran erst gewöhnen. Gleichzeitig vermittelt genau dieses Gewicht Stabilität und Langlebigkeit, die man im Alltag schnell zu schätzen lernt. Beim Nachlesen haben wir gesehen, dass die STUR laut Hersteller und Tests im Vergleich zu vielen klassischen Gusseisenpfannen je nach Modell bis zu rund 25 % leichter sein soll.
Reinigung im Alltag
Die Reinigung ist für uns deutlich unkomplizierter, als wir anfangs gedacht hatten. In den meisten Fällen wischen wir die Gusseisenpfanne nach dem Kochen einfach mit Küchenpapier aus, um überschüssiges Öl und grobe Reste zu entfernen.
Danach spülen wir sie mit warmem Wasser und einer Bürste oder einem Schwamm. Spülmittel verwenden wir persönlich nicht, weil wir die aufgebaute Patina möglichst stabil halten möchten und für uns funktioniert das gut.
Wenn doch einmal etwas stärker anhaftet, lassen wir die Pfanne kurz mit etwas Wasser aufkochen. Das reicht in der Regel völlig aus, um Rückstände zu lösen. Nur selten greifen wir punktuell zu einem Stahlschwamm, wenn wirklich etwas fest sitzt uns ist dabei bewusst, dass man damit auch etwas Patina abtragen kann.
Zum Schluss trocknen wir die Pfanne gründlich ab. So bleibt die Oberfläche geschützt und wir hatten bisher keinerlei Probleme mit Rost. Anschließend reiben wir sie mit einem Tropfen Öl und einem Stück Küchenpapier dünn ein. Das dauert nur wenige Sekunden, hilft aber, die Patina zu schützen.
UNSER FAZIT ZUM STUR GUSSEISENPFANNE TEST
Nach mehreren Wochen im Alltag sind wir mit der STUR Gusseisenpfanne sehr zufrieden. Sie liefert starke Röstaromen, ist vollständig ofenfest und wirkt insgesamt äußerst solide verarbeitet. Die feinere, abgedrehte Oberfläche unterscheidet sie spürbar von unserer älteren Lodge-Pfanne, die etwas rauer ist und länger brauchte, bis sich eine stabile Patina aufgebaut hatte.
Rein funktional brät auch unsere Lodge zuverlässig – das Grundprinzip von Gusseisen bleibt gleich. Der Unterschied liegt für uns eher in der Verarbeitung, im Design und in der lokalen Produktion. Die STUR wirkt präziser gefertigt und insgesamt hochwertiger.
Bleibt die Frage nach dem Preis. Die STUR gehört zu den teureren Gusseisenpfannen auf dem Markt. Gleichzeitig ist eine massive Gusseisenpfanne kein Produkt, das man alle paar Jahre ersetzt. Im Idealfall kauft man sie einmal – und nutzt sie über Jahrzehnte. Rechnet man das auf viele Jahre oder sogar ein ganzes Küchenleben um, relativiert sich der Anschaffungspreis deutlich.
Wenn Du nur eine günstige Einstiegspfanne suchst, findest Du Alternativen. Wenn Dir jedoch Verarbeitung, Herkunft und langfristige Langlebigkeit wichtig sind, ist die STUR aus unserer Sicht eine bewusste Investition – nicht nur in eine Pfanne, sondern in ein dauerhaftes Küchengerät.
STUR Gusseisenpfanne:
100 % Gusseisen, ohne Beschichtung
aus einem Stück gegossen
hergestellt in Deutschland
50 Jahre Garantie
fein abgedrehte, glattere Oberfläche
geeignet für Induktion, Gas, Elektro, Grill und Backofen
erhältlich in 20, 24 und 28 cm
FAQs
Ist eine Gusseisenpfanne gesünder als eine Teflonpfanne?
Eine Gusseisenpfanne kommt ohne PTFE, PFAS oder andere Antihaftbeschichtungen aus. Dadurch entfällt das Risiko, dass sich eine Beschichtung bei hohen Temperaturen oder durch Kratzer ablöst. Wer bewusst auf beschichtete Pfannen verzichten möchte, findet in Gusseisen eine solide Alternative.
Gibt eine Gusseisenpfanne Schwermetalle an das Essen ab?
Hochwertiges Gusseisen besteht hauptsächlich aus Eisen und Kohlenstoff. Kleine Mengen Eisen können beim Kochen ins Lebensmittel übergehen, was in der Regel unproblematisch ist. Entscheidend ist die Materialqualität und eine saubere Produktion.
Muss man die STUR Gusseisenpfanne einbrennen?
Die STUR Pfanne wird bereits eingebrannt geliefert und ist sofort einsatzbereit. Eine zusätzliche Einbrenn-Runde kann helfen, die Patina schneller aufzubauen, ist aber nicht zwingend notwendig.
Darf man Tomatensauce in einer Gusseisenpfanne kochen?
Stark saure Speisen wie Tomaten oder Essig können die Patina angreifen, besonders bei längerer Kochzeit. Kurzzeitiges Anbraten ist meist unproblematisch, für längeres Köcheln eignen sich Edelstahl- oder emaillierte Pfannen besser.
Wie reinigt man eine Gusseisenpfanne richtig?
In der Regel reicht warmes Wasser und eine Bürste. Spülmittel wird oft vermieden, um die Patina zu schonen. Wichtig ist, die Pfanne gründlich zu trocknen und bei Bedarf dünn einzuölen.
QUELLEN:
STUR Cookware – Offizielle Website: https://sturcookware.de/
Öko-Test: Gusseiserne Pfannen im Test: Mit einigen landen Schwermetalle im Essen. https://www.oekotest.de/bauen-wohnen/Gusseiserne-Pfannen-im-Test-Mit-einigen-landen-Schwermetalle-im-Essen_14522_1.html#:~:text=Bei%20der%20H%C3%A4lfte%20der%20gepr%C3%BCften%20Pfannen%20l%C3%B6sen,keine%20R%C3%BCckschl%C3%BCsse%20auf%20ein%20gutes%20Testergebnis%20zu.
BfR-Empfehlungen zu Materialien für den Lebensmittelkontakt. https://www.bfr.bund.de/service/datenbanken/bfr-empfehlungen-zu-materialien-fuer-den-lebensmittelkontakt/
Europarat – Leitlinien zu Metallen und Legierungen in Lebensmittelkontakt. https://www.edqm.eu/en/metals-and-alloys-used-in-food-contact-materials-and-articles
Umweltbundesamt (UBA): PFAS. https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffe-ihre-eigenschaften/stoffgruppen/pfas-portal-start





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