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KINDERGESCHIRR OHNE SCHADSTOFFE

  • Autorenbild: Romana Korchmar
    Romana Korchmar
  • vor 6 Stunden
  • 7 Min. Lesezeit

Du suchst nach plastikfreien Alternativen für Kindergeschirr, bist dir aber unsicher, ob Bambus oder pflanzenbasierte Materialien wirklich unbedenklich sind? Damit bist du nicht allein.

Als Mutter kenne ich diese Fragen nur zu gut. Man möchte sein Kind schützen und gleichzeitig eine alltagstaugliche Lösung finden. Gerade beim Geschirr, das täglich mit warmem Essen, Brei und Getränken in Kontakt kommt, spielt das Material eine größere Rolle, als man zunächst denkt. Lass uns gemeinsam anschauen, welche Materialien für Kindergeschirr sinnvoll sind – und welche eher nicht.


Kind isst Pasta aus einer Schüssel – Alltagsszene beim Essen mit Kindergeschirr

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WARUM EIN KINDERGESCHIRR OHNE SCHADSTOFFE SO WICHTIG IST


Kindergeschirr ist jeden Tag im Einsatz. Warmes Essen, Brei, Fett und Speichel treffen regelmäßig auf das Material. Genau unter diesen Bedingungen können Stoffe leichter aus dem Geschirr ins Essen übergehen. Spülmaschine, Hitze und Kratzer verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Kinder nutzen ihr Geschirr außerdem anders als Erwachsene. Sie kauen am Rand, lutschen an Löffeln und haben deutlich längeren Mundkontakt. Fettige Speisen können dabei bestimmte Stoffe besonders gut aufnehmen.


Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung und der Europäischen Lebensmittelbehörde können bei normalem Gebrauch Stoffe aus Kindergeschirr in Lebensmittel übergehen. Dazu gehören hormonell wirksame Substanzen wie BPA, BPS und BPF, die das empfindliche Hormonsystem von Kindern beeinflussen können. Bei Melamin- oder Bambusgeschirr können sich bei Hitze Melamin und Formaldehyd lösen, die gesundheitlich kritisch bewertet werden.

Auch als „BPA-frei“ gekennzeichnete Kunststoffe sind keine Garantie. Sie können Weichmacher oder Mikroplastikpartikel abgeben, die andere Schadstoffe binden und den Körper langfristig belasten können.


WICHTIG:

Biologisch abbaubare oder pflanzenbasierte Materialien sind im Kindergeschirr nicht automatisch sicherer. Viele dieser Produkte bestehen aus Naturfasern, die mit Kunstharzen oder Bindemitteln verarbeitet werden, um hitze- und formstabil zu sein. Fachstellen wie das BfR weisen darauf hin, dass gerade bei Wärme auch hier Stoffe freigesetzt werden können. „Natürlich“ oder „kompostierbar“ sagt daher wenig über die Eignung für warmes Kinderessen aus.



WELCHES MATERIAL IST WIRKLICH SICHER FÜR KINDER?


Beim Kindergeschirr gibt es nur wenige Materialien, die im Alltag wirklich überzeugen. Entscheidend ist, dass sie stabil sind, keine Stoffe abgeben und auch bei Hitze unproblematisch bleiben.

  • Edelstahl:  ist unser Favorit. Er ist robust, gibt nichts ab und Kratzer spielen keine Rolle. Für den täglichen Einsatz, auch in Kita und unterwegs, sehr gut geeignet.

  • Glas: ist ebenfalls sehr sicher. Es ist chemisch inert und gibt keine Stoffe ab. Neben normalem Glas gibt es auch gehärtetes Glas, das deutlich bruchfester ist und sich gut für Kinder eignet. Die Bruchgefahr bleibt ein Thema, deshalb vor allem für Zuhause und ältere Kinder sinnvoll.

  • Keramik und Porzellan: können ebenfalls passen, wenn sie hochwertig verarbeitet sind und keine problematischen Glasuren enthalten.

  • Emaille: ist stabil, hitzebeständig und gibt keine Stoffe ab. Wichtig ist jedoch: Wenn die Emaille beschädigt ist oder abplatzt, sollte das Geschirr nicht weiter verwendet werden, da der Schutz dann nicht mehr gegeben ist.

  • Unbehandeltes Holz: eignet sich gut für Snacks oder lauwarmen Brei, sofern es naturbelassen, glatt verarbeitet und frei von Lacken ist. Bei sehr heißen oder fettigen Speisen stößt Holz im Alltag an seine Grenzen.


Silikon ist zwar die bessere Wahl im Vergleich zu klassischem Kunststoff wie PP, aber kein vollständig neutrales Material. Bei hoher Hitze, häufigem Spülen und Abnutzung können sich Additive wie Cyclosiloxane oder andere Hilfsstoffe lösen, deren Wirkung noch nicht abschließend geklärt ist. Zudem ist Silikon kein Naturstoff, schwer recycelbar und sehr langlebig – mit möglicher Bildung von Mikro- und Nanopartikeln. Wenn andere sichere Materialien verfügbar sind, würden wir diese klar bevorzugen.



EMPFEHLUNGEN FÜR SICHERES KINDERGESCHIRR


🍽️ Für Mahlzeiten (Beikost bis Vorschulalter)


mamou Edelstahl-Kindergeschirrset


mamou Edelstahl-Kindergeschirrset mit Teller, Schüssel, Besteck und Silikonlätzchen
Foto: Mamou

Das mamou Geschirrset aus Edelstahl ist genau das, was wir uns für unsere Kinder wünschen.

Das Set begleitet Kinder vom ersten Brei bis ins Vorschulalter. Teller, Schüssel und Besteck sind gut durchdacht, kindgerecht und alltagstauglich. Der Saugnapf hilft beim selbstständigen Essen, ohne dass ständig etwas vom Tisch rutscht. Der Deckel ist praktisch für unterwegs oder wenn mal etwas übrig bleibt. Edelstahl ist robust, hygienisch und gibt keine Stoffe ans Essen ab. Spülmaschinenfest und langlebig.





BÉABA Babygeschirr für Kinder aus Edelstahl


BÉABA Babygeschirr aus Edelstahl mit Teller, Schale und Becher
Foto: Béaba

Ein praktisches Edelstahl-Set für den Alltag mit Kindern – vom Beikoststart bis ins Kleinkindalter. Robust, hitzebeständig und ohne Stoffabgabe. Kratzer sind unproblematisch, alles ist spülmaschinengeeignet. Die praktische Silikonhülle sorgt dafür, dass Teller und Schale nicht so leicht verrutschen.




LÄSSIG Geschirrset Porzellan


LÄSSIG Porzellan-Kindergeschirrset mit Teller, Schüssel und Tasse
Foto: Lässig

Dieses Set gefällt mir, weil es echtes Porzellan mit Alltagstauglichkeit verbindet. Das Material ist geschmacksneutral, gibt keine Stoffe ab und eignet sich gut für Kinder, die schon etwas sicherer essen. Der Silikonring sorgt dafür, dass Teller und Schüssel nicht so leicht verrutschen. Es ist wunderschön designt und gleichzeitig für Spülmaschine und Mikrowelle geeignet.




WMF Safari Kinder Geschirrset


WMF Safari Kinder-Geschirrset mit Porzellanteller, Schale und Edelstahlbesteck
Foto: WMF

Das Safari-Set kombiniert ruhiges, kindgerechtes Design mit langlebigen Materialien. Teller und Schale aus Porzellan wirken hochwertig und stabil, das Kinderbesteck aus Cromargan Edelstahl hält auch täglicher Nutzung stand. Das Set ist pflegeleicht, spülmaschinengeeignet und gut geeignet für Kinder ab etwa 3 Jahren, die bereits selbstständig essen.




Hofmeister Olivenholzschale

Hofmeister Schale aus Olivenholz für Snacks oder Babybrei
Foto: Hofmeister

Diese Schale aus Olivenholz ist robust, splitterarm und kommt ohne Lacke oder Kunststoffe aus. Olivenholz gilt von Natur aus als antibakteriell und eignet sich daher auch gut für Babybrei oder Snacks. Sie ist bruchsicher, liegt gut in kleinen Händen und verzeiht auch mal ein Herunterfallen.




🥤 Für Trinken (Zuhause & unterwegs)


Pura Edelstahl-Flasche für Säuglinge, 325 m


Pura Edelstahl-Flasche für Säuglinge mit verschiedenen Trinkaufsätzen
Foto: Pura

Die Pura Edelstahl-Flasche ist eine gute Wahl für Eltern, die beim Trinken konsequent auf Plastik verzichten möchten. Der Flaschenkörper besteht aus Edelstahl, der Trinkaufsatz aus lebensmittelechtem Silikon. Im Kontakt mit dem Getränk kommt kein Kunststoff zum Einsatz.

Praktisch finden wir, dass die Flasche mit dem Kind mitwächst. Der Aufsatz lässt sich später einfach austauschen, etwa gegen einen Trinklern-, Strohhalm- oder Sportaufsatz.



Trinklernbecher sind immer ein Kompromiss. Wenn möglich, bevorzugen wir offene Becher aus Edelstahl oder Glas. Silikonlösungen sehen wir eher als Übergang.


Duralex Glas-Becher für Kinder


Duralex Glas-Becher für Kinder aus gehärtetem Glas
Foto: Duralex

Diese Becher sind aus gehärtetem Glas gefertigt und deutlich robuster als normales Glas. Sie liegen gut in kleinen Händen, geben keine Stoffe ab und sind spülmaschinengeeignet. Durch das schlichte Design ohne Motive sind die Becher universell einsetzbar und lassen sich im Haushalt auch für Kaffee oder andere Getränke nutzen.



Kind Kit Edelstahlbecher


Kind Kit Edelstahlbecher für Kinder im 4er-Set
Foto: Kind Kit

Eine unkomplizierte Edelstahl-Lösung für den Familienalltag, die sich auch für Ausflüge und Reisen eignet. Die Becher bestehen aus robustem Edelstahl, sind geschmacksneutral und geben keine Stoffe an Getränke ab. Mit 280 ml haben sie eine gute Größe für Wasser, Tee oder Saft – auch für kleinere Kinderhände.



Wenn du gezielt nach einer schadstofffreien Trinkflasche für dein Kind suchst, findest du weitere empfohlene Modelle und eine ausführliche Einordnung in diesem Artikel:



PRAKTISCHE TIPPS FÜR DEN ALLTAG


  • Weniger ist mehr: Lieber ein paar gute Teile aus Edelstahl, Glas oder Porzellan als viele verschiedene Materialien.

  • Spülmaschine bewusst nutzen: Edelstahl, Glas und Porzellan sind spülmaschinengeeignet. Holz besser von Hand reinigen, damit es hygienisch bleibt und nicht leidet.

  • Auf Schäden achten: Geschirr mit Rissen, abgeplatzter Emaille oder tiefen Kratzern besser austauschen.

  • Hitze richtig einschätzen: Sehr heiße Speisen am besten in Edelstahl oder Glas servieren. Holz und Silikon eher für lauwarme Speisen nutzen.

  • Alltag bedenken: Für Kita und unterwegs sind robuste Materialien wie Edelstahl praktischer als Glas oder Porzellan.



Unser Fazit aus dem Familienalltag


Im Alltag haben wir gemerkt, dass nicht jede gut gemeinte Lösung auch wirklich funktioniert. Saugnäpfe zum Beispiel haben sich bei uns oft als unpraktisch erwiesen. Sie hielten nicht zuverlässig oder wurden schnell wieder abgezogen.

Bewährt haben sich bei uns einfache Porzellanteller und alte Glasschüsseln, einzelne aussortierte Stücke, die ohnehin schon da waren. Ohne viel Zubehör, ohne Speziallösungen. Das passt auch gut zur Montessori-Idee: Kindern echtes, „richtiges“ Geschirr zuzutrauen und ihnen Verantwortung zu geben.

Für unterwegs und kleine Snacks haben sich bei uns ganz einfache Edelstahl-Schüsseln bewährt.

Trinken hat unser Kind von Anfang an aus kleinen Gläsern gelernt. Tatsächlich ist dabei bis heute erstaunlich wenig kaputtgegangen. Unser Sohn ist inzwischen fast vier Jahre alt – in all den Jahren ist nur ein Glas und eine Schüssel zu Bruch gegangen.

Vor etwa einem Jahr hat er eine kleine Porzellanschüssel mit Maulwurf-Motiv bekommen. Er schätzt sie sehr, isst bewusst daraus und freut sich jedes Mal, wenn am Ende das Bild sichtbar wird.




FAQs

Welches Kindergeschirr ist wirklich schadstofffrei?

Am sichersten sind Edelstahl, Glas, Porzellan und hochwertige Emaille. Diese Materialien geben bei normalem Gebrauch keine Stoffe an Lebensmittel ab. Kunststoff, auch BPA-frei, sowie Bambus-Melamin, biologisch abbaubare oder pflanzenbasierte Materialien sehen wir kritisch.

Ist BPA-freies Kindergeschirr automatisch unbedenklich?

Nein. „BPA-frei“ bedeutet nur, dass kein BPA enthalten ist. Oft werden Ersatzstoffe wie BPS oder BPF eingesetzt, die ebenfalls hormonell wirksam sein können. BPA-frei ist daher keine Garantie für Schadstofffreiheit.

Ist Silikon besser als Plastik?

Silikon ist im Vergleich zu klassischem Kunststoff die bessere Wahl, aber kein vollständig neutrales Material. Wir sehen es als Übergangslösung. Wenn Edelstahl oder Glas verfügbar sind, bevorzugen wir diese klar.

Ab welchem Alter können Kinder aus Glas oder Porzellan essen?

Viele Kinder kommen erstaunlich früh gut damit zurecht. Mit etwas Begleitung und Vertrauen klappt das oft ab dem Kleinkindalter. Gehärtetes Glas oder schlichtes Porzellan sind dafür gut geeignet.



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